Die Geschichte des Karate

Gichin Funakoshi führte das Prinzip des Karate 1916 in Japan, von Okinawa kommend ein.

Die frühesten Ursprünge des Karate sind aufgrund fehlender Dokumentation unbestimmt. Die meist anerkannte Theorie ist die, dass der Ursprung in Indien zu suchen ist. Ein buddhistischer Priester (Bhodidarma) wünschte sich, den buddhistischen Teil (Zen) in missionarischer Absicht nach China zu bringen. Es war nicht unbekannt, dass sich herumziehende Priester auf ihren Wanderungen wehren mussten, wenn sie durch Tiere oder Menschen in Gefahr gerieten.

Um 500 nach Christus erreichte Bhodidarma den Hof des Herrschers Wu zu Chein-K’ang in China. Später verliess er den Hof, zog nach Norden in die Provinz Henan um in der Abgeschiedenheit des Shaolin Tempels (Shorin), Zen zu lehren. Er unterrichtete aber auch sein System des unbewaffneten Kampfes, genannt Shorin Kempo.

Formen der chinesischen Kampfkunst sind aufgezeichnet seit 3000 vor Christus. Bhodidarma wird zuerkannt, dass er der Gründer des chinesischen Kempo Stils ist, hauptsächlich aufgrund der zugefügten meditativen Übung von Yoga und Zen, dies es zu einem kompletten System bilden, so wie wir es heute kennen. Tatsache ist, dass alle hauptsächlichen Entwicklungen in Shorin Kempo durch verschiedene Priester über die Jahre hin weiter entwickelt wurden. Aus der engen Verbindung zwischen Priester und Medizin resultierte letztlich die Entdeckung nicht nur von lebenswichtigen Stellen des menschlichen Körpers, wo Heilung angewendet werden konnte, sonder auch diejenigen Stellen, wo mit Kempo-Angriffen gezielt angesetzt beste Resultate erreicht werden.


 
Gichin Funakoshi

Von China aus verbreitete sich Kempo in die Mongolei, nach Korea und nach Okinawa. Schliesslich erreichte es Japan, wo es nach der Kamakura-Ära (ca. 1200 nach Christus) äusserst bekannt wurde. Die Söldner-Klasse, die Samurai im Speziellen, hiessen beide, die Kampfform und die Zen-Philosophie, willkommen.

Zu verschiedenen Zeiten der Geschichte, so z.B. um 1400 und 1609 in Okinawa, verbot die Obrigkeit dem Volk den Gebrauch von Waffen. Als Mittel zum Schutz gegen Räuber und manchmal auch gegen die Obrigkeit, wurde unbewaffneter Kampf unterrichtet. Die Schulen, meistens in Tempeln eingeschlossen, wurden geheim gehalten, denn wenn sie entdeckt wurden, wurden sie durch die herrschende Macht sofort zerstört. Erst um 1901 wurde Karate erstmals aus der Geheimhaltung genommen und öffentlich in Okinawa unterrichtet. 1916 kam Meister Gichin Funakoshi von Okinawa nach Tokio als Wegbereiter des modernen Karate-Systems in Japan. Somit entstanden aus vielen Richtungen, verschieden Karate-Schulen, jede mit ihren eigenen Verdiensten, vielleicht aber auch mit ihren eigenen Fehlern.

Der Begriff KARATE in seiner literarischen Übersetzung bedeutet: leere Hand




Kyokushin des Karate

Der Gründer des Kyokushin Karate, Masutatsu Oyama, wurde 1923 in der Nähe von Seoul in Südkorea geboren. Er studierte chinesisches Kempo bereits im Alter von 9 Jahren. Mit 12 Jahren ging er nach Japan, um dort zu leben und schrieb sich an der Universität ein. Nachdem er Judo erlernt hatte, wurde er ein Schüler von Gichin Funakoshi. Er machte so schnelle Fortschritte, dass er mit 17 bereits 2. DAN und mit 24 4. Dan-Träger war. Die Entscheidung, den Rest seines Lebens dem Weiterverbreiten des Karatewissens zu widmen, bewog in, für ein ganzes Jahr in totaler Einsamkeit, fernab jeglichen Kontaktes zur menschlichen Gesellschaft, in Tempeln und in den Bergen sein Dasein zu fristen. Er setzte sich allen physischen Anforderungen der kriegerischen Kampfkunst aus, indem er Tag und Nacht trainierte und nach den Zen-Grundsätzen meditierte und nach Erleuchtung suchte. 1951 kehrte er in die Zivilisation zurück und eröffnete sein eigenes Dojo in Tokio.


Masutatsu Oyama




Was ist Kyokushinkai?

Karate ist nicht nur Kunst, sonder auch Philosophie. Weil jede Person eine unterschiedliche Persönlichkeit hat, widerspiegelt sich dies in ihrer Auslegung. Deshalb haben Karateexperten ihre eigenen Schulen, wo ihre Stile und Wege gelehrt werden.

Kyokushinkai ist der Name und die Bezeichnung unseres Karate-Stils.

Das Wort „Kyokushinkai setzt sich zusammen aus:

Kyoku äusserst, grösstmöglichst, endgültig 
shin Wahrheit oder Wirklichkeit (Schulung der inneren Haltung des Geistes) 
kai sich treffen, vereinen, verbinden

Es bedarf viel Zeit und Training, um diese Bedeutung vollends zu verstehen.




International Federation of Karate (IFK)


Die International Federation of Karate (IFK) wurde 1992 durch Hanshi Steve Arneil gegründet und hat Mitglieder in der ganzen Welt. Ihr Zweck ist es, Karate auf internationaler Basis zu verbreiten und gleichzeitig aber den einzelnen Ländern ihre eigenen Ideale von Unabhängigkeit und Philosophie zu überlassen.

Das Abzeichen der IFK zeigt in der Mitte eine sich erhebende Welle. Diese Symbolik ist der Saiha-Kata entnommen. Diese Welle symbolisiert die Tatsache, dass, wie gross auch immer eine Aufgabe oder ein Problem sein mag, mit Entschluss und Ausdauer über alle Hindernisse hinweg das Ziel erreicht werden kann.

  
Steve Arneil